Surf & Hike – von Jiquilillo auf den Cosegüina

/// Jiquilillo, Halbinsel Cosegüina, Nicaragua ///

Im touristisch unerschlossenen Nordwesten Nicaraguas liegt die Halbinsel Cosegüina mit dem gleichnamigen Vulkan. Gleichzeitig soll es dort einige der besten Strände geben. Um der Hitze und dem Staub Leons zu entfliehen, wollten wir uns das ansehen.

Nach ca. fünf Stunden Fahrt (Leon – Chinandega, Chinandega – Jiquilillo) landeten wir im Fischerdorf Jiquilillo. Die letzten 15 km waren unbefestigte Piste, das Dorf entpuppt sich als langgezogene Ansammlung von Hütten entlang des letzten Kilometers dieser Piste und direkt an der Pazifikküste. Im Jahr 1992 hatte ein Tsunami das ganze Dorf hinweggerissen. Einige Ruinen scheinen noch daran zu erinnern.

Hauptstraße (die einzige Straße), Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Hauptstraße (die einzige Straße), Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Endloser, breiter (zumindest bei Ebbe), feinsandiger Strand soweit das Auge reicht. Keine Menschen außer einer Handvoll Surfer und einheimischer Fischer, die ihre Boote zur Ausfahrt vorbereiten. Das ist Jiquilillo beach. Die Infrastruktur beschränkt sich auf zwei Backpacker-Unterkünfte und ein „Resort“, zwei kleine Lädchen und zwei provisorische Restaurants (Mama kocht).

endlose Weite, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

endlose Weite, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Wir hatten uns in der Rancho Esperanza telefonisch eine Hütte gebucht, sogar mit privatem Bad. Wir waren gespannt.

Rancho Esperanza ist das ökologisch orientierte Surf-Hostel von Nate und Shana, die auch verschiedene Projekte im Dorf unterstützen (Volontäre sind willkommen).

Auf dem weitläufigen Areal sind Hütten für zwei und vier Personen verstreut. Bambuswände und Palmdach, Betten mit Moskitonetz darüber, ein Fan und in unserem Fall eine Außendusche und eine Kompost-Toilette bilden die Ausstattung. Mehr ist auch nicht nötig für das Robinson-Wohlbefinden.

Rancho Esperanza, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Rancho Esperanza, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Im Gemeinschaftsbereich gibt’s ein Dorm und hier kann man auch drei wohlschmeckende Mahlzeiten pro Tag, zubereitet aus frischen Zutaten zu verträglichen Preisen bekommen.

Ideal zum Ausspannen. Surfen, in der Hängematte liegen, lesen, quatschen, am Strand entlang laufen, Sunset genießen – das sind die Highlights, mit denen die Tage gefüllt sind.

Ein besonderes Erlebnis ist der allabendliche Aufbruch der Fischer zu ihren nächtlichen Fahrten. Mit vereinten Kräften werden die farbenfrohen Boote auf Baumstämmen bis in die Brandung gerollt. Mit oft abenteuerlicher Steillage schießen sie dann über die heranbrandenden Wellen, bis sie normal Fahrt aufnehmen können.

die Fischerboote werden ins Meer gerollt, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

die Fischerboote werden ins Meer gerollt, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Wer es aktiver mag, kann Kayaktouren in die nahegelegene Mangroven-Reserve unternehmen oder den Cosegüina besteigen. Dazu treffen wir uns morgens um fünf Uhr zu einem schnellen Kaffee im Gemeinschaftshaus. Es ist noch stockfinster. Unser Fahrer und der Guide sollen jeden Moment kommen. Tun sie auch, 40 Minuten später. Gegen 7:30 Uhr sind wir am Ausgangspunkt unseres Hikes. Guillermo erklärt uns die Strecke. Es geht überwiegend durch schattigen Wald entlang der Flanke, nur das letzte steile Stück ist ohne Bäume. Etwa dreieinhalb Stunden später stehen wir am Rand des riesigen Kraters (ca. 830 m hoch, die Caldera etwa 2 km x 2,5 km weit). Und 500 m tief unter uns schimmert das mineralische Wasser der Kraterlagune smaragdgrün. Der Vulkan war der höchste Zentralamerikas, bevor 1835 eine riesige Eruption zwei Drittel seines Kegels im umgebenden Golf von Fonseca verstreute. Die Aschewolken verdunkelten das Tageslicht von Mexiko bis Ecuador.

Gipfelkaldera des Vulkans Cosegüina, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Gipfelkaldera des Vulkans Cosegüina, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Der Rückweg ist der gleiche wie der Hinweg und am zeitigen Nachmittag sind wir wieder in unserem Rancho. Genügend Zeit noch für ein erfrischendes Bad im Pazifik vor der allabendlichen Sunset Celebration auf dem Tsunami-Schutzwall am Strand.

sunset celebration, rancho esperanza, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

sunset celebration, rancho esperanza, Jiquilillo, Chinandega, Nicaragua

Eigentlich wären wir gern ein paar Tage länger geblieben. Aber Weihnachten stand vor der Tür und wir hatten aus diesem Grund bei John und Ladys in Leon bereits unser Zimmer reserviert.

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