Die bunte Stadt – Streifzug durch Valparaiso

Valparaiso, Chile, Dezember 2015

Wenn es eine Stadt für uns gibt, in die wir ausgesprochen gern zurückkehren würden, dann ist es Valparaiso. Nach weniger beeindruckenden chilenischen Städten, wie Calama und La Serena, hatten wir in Valparaiso das Gefühl, wieder in Südamerika zu sein.

Enge Gassen, niedrige, bunt bemalte, manchmal halbverfallene Häuser aber auch prunkvolle Gebäude ziehen sich über die 42 Hügel der Stadt. Immer wieder der beeindruckende Blick auf die Bucht, der sich mit jedem Schritt, jeder Stufe und jedem Anstieg verändert. Man muss schon gut zu Fuß sein, denn oft sind die Anstiege ziemlich steil. Früher, Mitte des 19. Jahrhunderts, gab es in Valparaiso 30 Schrägaufzüge, die Ascensores. Heute ist leider nur noch ca. ein Dutzend in Betrieb. Die kurzen Distanzen können natürlich auch zu Fuß, meist über steile Treppen, bewältigt werden, jedoch ist eine Fahrt in den alten, ächzenden und rüttelnden Holzkabinen etwas sehr Besonderes.

Unzählige winzige Cafes und Restaurants, sowie kleine Panaderias mit frischen Köstlichkeiten nach hauseigenen Rezepten säumen die kleinen Gassen und laden zum Verweilen ein. Maler verkaufen am Straßenrand ihre Bilder. Kleine Designerläden locken mit kreativen Angeboten. Es sind überwiegend junge Leute, die diese kleinen Geschäfte betreiben. Die Atmosphäre ist entspannt und doch voller kreativer Energie. Die Leute in Valparaiso sind aufgeschlossener als wir sie sonst in Chile erlebt haben und man kommt beim Schlendern schnell in ein Gespräch.

Was kann man machen in Valparaiso? Zunächst einmal die Atmosphäre aufnehmen, wenn man durch die Gassen mit den bunt bemalten Wellblech-Fassaden bummelt. Nett essen gehen, z.B. im „Fauna“, mit einer Terasse, die einen der spektakulärsten Blicke über die Bucht bietet. Oder im „Cocina Puerto“, wo noch nach Rezepten der abuela, der Großmutter, gekocht wird. Mit den Guides von Freetourvalparaiso  (www.freetourvalparaiso.cl) die versteckten Plätze der Stadt und ihre Geschichten erkunden. Man kann durch Museen, Galerien und Ausstellungen stromern, die Hügel auf eigene Faust erobern und dabei die diversen Aufzüge erleben.

Das Kunstmuseum im frisch restaurierten Palacio Baburizza, Vermächtnis eines kroatischen Salpeterbarons und Kunstsammlers, sowie das Pablo-Neruda-Haus sind unbedingt einen Besuch wert. Das waren für uns die Highlights. Das Museum vermittelt mit seiner Gemäldesammlung einen lebhaften Eindruck der Gründer- und Glanzzeit von Valparaiso. Das Neruda-Haus hat uns mit seiner atemberaubenden Lage beeindruckt. Seine verspielte Architektur und Einrichtung laden zu einer kurzweiligen Entdeckungstour ein.

Morbiden Charme verströmen die drei innerstädtischen Friedhöfe, besonders der Cementerio de Disidentes, auf dem die nichtkatholischen Gläubigen bestattet wurden. Auf dem Hügel gegenüber, dem Gelände des ehemaligen Stadtgefängnisses, ist ein Kulturzentrum entstanden. Hier locken diverse Ausstellungen und Konzerte (kostenfreier Eintritt).

Für einen Spaziergang am Meer gibt es den Paseo Wheel-Wright vom Muelle Baron, dem Sporthafen, ausgehend bis zum Fischerhafen Caleta Portales. Hier findet sich auch ein kleiner Strand für alle, die sich in die Fluten stürzen wollen. Auf halbem Weg sorgt eine Kolonie von Seelöwen für Unterhaltung. Sie hat sich auf einem engen Betonklotz angesiedelt und die Tiere rangeln permanent um die knappen Sonnenplätze.

Zurück geht es per Bus oder mit der hier oberirdischen Metro. Dazu braucht man eine tarjeta, die aufgeladen und für mehrere Fahrgäste genutzt werden kann.

Frisches Obst und Gemüse direkt vom Erzeuger kann man in der alten Markthalle hinter dem zentralen Bus-Terminal in voller Vielfalt erwerben. Neben den „üblichen“ Südfrüchten gibt es auch Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Pfirsiche und Aprikosen – einfach köstlich!

Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man allerdings aus dieser Gegend wie auch aus dem Hafenviertel verschwunden sein. Wenn wir mit den Einwohnern ins Gespräch kamen, gab es öfter den Hinweis, dass Taschendiebstähle leider an der Tagesordnung sind und wir gut aufpassen sollten.

Wir wären gern länger in „Valpo“ geblieben, aber es war kurz vor Weihnachten und unser Hostel hatte Ferien bis 30.12. Für Silvester ist Valparaiso die angesagte Stadt in Chile, das war schon zu Nerudas Zeiten so. Alle, die jemanden hier kennen oder die Chance auf eine Unterkunft haben, kommen zur Party hierher. Das Feuerwerk zur Mitternacht beginnt am Hafen und zieht sich über die gesamte Bucht. Das muss gigantisch sein. Gigantisch sind dann auch die Zimmerpreise; wenn man überhaupt noch ein Zimmer bekommt. Wir waren leider zu spät. Vielleicht ein anderes Mal.

Valparaiso, Argentinien

Valparaiso, Argentinien

Valparaiso, Argentinien

Valparaiso, Argentinien

Cementerio de Disidentes, Valparaiso, Argentinien

Cementerio de Disidentes, Valparaiso, Argentinien

Valparaiso, Argentinien

das alte Stadtgefängnis, heute Kulturzentrum, Valparaiso, Argentinien

Valparaiso, Argentinien

Valparaiso, Argentinien

Markthalle, El Plan, Valparaiso, Argentinien

Markthalle, El Plan, Valparaiso, Argentinien

Paseo Wheel-Wright , Valparaiso, Argentinien

Paseo Wheel-Wright , Valparaiso, Argentinien

Revier-Streitigkeiten, Paseo Wheel-Wright , Valparaiso, Argentinien

Revier-Streitigkeiten, Paseo Wheel-Wright , Valparaiso, Argentinien

es wird eng auf der Plattform, Paseo Wheel-Wright , Valparaiso, Argentinien

es wird eng auf der Plattform, Paseo Wheel-Wright , Valparaiso, Argentinien

Valparaiso, Argentinien

Valparaiso, Argentinien

man wohnt mehr über- als nebeneinander, Valparaiso, Argentinien

man wohnt mehr über- als nebeneinander, Valparaiso, Argentinien

Porträt der Vermieterin? Alm. Montt, Valparaiso, Argentinien

Porträt der Vermieterin? Alm. Montt, Valparaiso, Argentinien

die Valpo-Version von Big Ben, El Plan, Valparaiso, Argentinien

die Valpo-Version von Big Ben, El Plan, Valparaiso, Argentinien

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